Hunde

Hundeausstellungen

Wozu überhaupt Ausstellungen?

Bei Ausstellungen werden die Hunde einem für die Rasse ausgebildeten Richter vorgestellt, der die einzelnen Hunde anhand des Standards bewertet und dann den, in seinen Augen, Besten Hund der Rasse kürt. Manche sagen, dass Ausstellungen nur ein „Jahrmarkt der Eitelkeiten“ sind und keinerlei Funktion haben, außer einer Pflichtveranstaltung, damit der Hund zur Körung zugelassen wird und damit die Zuchtzulassung bekommt. Das sehe ich anders. Es ist ein gutes Mittel seine Hunde von jemand Unabhängigen beurteilen zu lassen, da die eigenen Hunde für einen selber eh meist die schönsten und besten Hunde sind, was objektiv betrachtet ja nicht immer stimmen muss 🙂 Außerdem misst man sich mit anderen der eigenen Rasse und auch da ist eine Einschätzung von außen nie verkehrt. Ein weiterer Punkt ist natürlich, dass man so andere Züchter und Halter seiner Rasse persönlich kennenlernt und damit auch potentielle Zuchtpartner live zu sehen bekommt und nicht nur auf Fotos im Internet. Und es schult das Auge für die eigene Rasse. Und außerdem macht es uns eine Menge Spaß 🙂

Unser „Lager“ am Rand des Ringes

Ablauf einer Ausstellung

Die meisten Ausstellungen laufen exakt gleich ab. Bis 9 Uhr sollten in der Regel die Papiere (Meldekatalog und Startnummer) abgeholt werden, meist an einem zentralen Punkt auf dem Gelände.
Dann sucht man seinen Ring, das sind kleine abgetrennte Areale in der Mitte des Geländes, in denen die Hunde nachher laufen. In einer Ecke des Rings ist der Pavillon für den Richter und das Ringpersonal (ein Schreiber und ein Ansager) aufgebaut. Außerhalb der Begrenzung darf man sein Zelt oder seinen Pavillon aufbauen oder seine Stühle und Hundeboxen aufstellen, am besten nicht zu nah am Ring, damit man die Anderen beim Ausstellen nicht stört.
Normalerweise werden zum Anfang der Ausstellung, Beginn ist in der Regel gegen 10 Uhr, einmal die Richter vorgestellt und danach beginnt das Richten… und das Warten. Die Ringeinteilung wird ein paar Tage vorher auf der Homepage des ausrichtenden Vereins bekannt gegeben, so dass man ungefähr weiß, wann die eigene Rasse dran ist. Im Meldekatalog kann man nochmal nachsehen, wieviele Hunde der anderen Rassen im eigenen Ring vor einem selber dran sind und dann hängt es natürlich noch am Richter, wie schnell er die einzelnen Hunde richtet. Wenn man als letzte Rasse dran ist, kann sich das Ganze schon mal bis 14 Uhr hinziehen. Die Startnummer befestigt man an seiner Kleidung, meist sind das Aufkleber, oder mit einer Armbinde. Innerhalb der Rasse sind die Hunde nach Klassen aufgeteilt und es kommen immer die Rüden in allen Klassen zuerst und dann die Hündinnen in allen Klassen. Sind hier die Gewinner der Klassen ermittelt, kommt das Stechen um den besten Rüden und dann um die beste Hündin worauf die jeweiligen Gewinner dann gegeneinander um das Best of Breed (BOB) laufen. Hat man also seine Klasse gewonnen, heißt es: am Ring bleiben, denn es geht noch weiter! Die Rennvereine kümmern sich morgens mit belegten Brötchen und Kaffee sowie meist mittags/nachmittags mit Gegrilltem und Kuchen für einen kleinen Obolus um das leibliche Wohl der Hundemenschen.

Wenn man dran ist

Viele Unsicherheit bestehen bei Anfängern auch bei Fragen „Wie laufe ich denn? Wo stellt man sich hin? Wie weiß ich was als nächstes passiert?“. Auf all diese Fragen gibt es nur eine Antwort: „Zuschauen“, da jeder Richter seinen Ring ein wenig anders handhabt. Elemente, die immer wieder vorkommen, sind: in den Ring einlaufen, der Nummern nach aufstellen, eine Runde mit allen laufen, alleine vor dem Richter aufstellen, vom Richter weg und wieder zu ihm hinlaufen, eine Runde alleine laufen, wieder einreihen, mit allen zusammen eine Runde laufen.

Medivh

In welcher Reihenfolge der Richter was macht oder ob er einem direkt am Anfang die Hand gibt oder erst nach der Platzierung, liegt in seinem persönlichen Ermessen bzw. Geschmack. Er wird immer den Nummern nach gehen, aber ob man erst vorsteht oder zuerst hin- und zurückläuft oder wann er bei mehreren Hunden sich ein Paar aussortiert, also ob nach oder vor der gemeinsamen Runde, ist von Richter zu Richter unterschiedlich. Manche Richter machen nur Handzeichen, andere reden mit einem. Ich habe allerdings noch nie einen unfreundlichen Richter getroffen und alle sind ja ebenfalls Hundemenschen und wenn man ihm sagt, dass es vielleicht die erste oder zweite Ausstellung erst ist, wird er darauf auch Rücksicht nehmen. Beim Laufen in der Gruppe ist unbedingt darauf achten, dass man nicht zu nah auf den Vordermann aufläuft. Das irritiert logischerweise die vorne laufenden Hunde und ist unsportlich. Dann lieber ein bißchen weiter nach außen oder die Ecken weiter auslaufen oder ne Sekunde später starten.

Was sollte der Hund beherrschen

Wichtig für einen Hund, der an Ausstellungen teilnehmen soll, ist, dass er Spaß an der Sache bekommt. Da die meisten Hunde mit Leckerchen sehr gut zu motivieren sind: nach der Runde im Ring Kekse in den Hund! Oder eine Runde spielen, wenn das für deinen Hund eher eine Belohnung ist. Kleiner Tipp: zwischen 9 und 10 Uhr, also bevor das Richten beginnt, oder in der Pause vor dem Ehrenring, kann man zur Übung oder Gewöhnung einige Runden im Ring drehen und den Hund verzückt loben und belohnen ohne jemand anderen oder den Ablauf zu stören. Als Besitzer sollte man das Ganze nicht zu verbissen sehen und gar den Hund dafür verantwortlich machen, wenn er nicht perfekt läuft oder nicht stehen will. Dann ist das eben an dem Tag so, die nächste Ausstellung wird wieder besser.

Ándale auf dem Tisch unter den Händen der Richterin

Trainieren sollte man unbedingt mit dem Hund, dass er sich von fremden Personen ins Maul gucken und überall anfassen lässt. Gerade bei Rüden, wo der Richter immer nach den Hoden tastet, sollte das „im Schritt anfassen lassen“ sattelfest sitzen. Einige Richter betasten auch die Rückenlinie und/oder den Bauch oder streicheln den Hund am Kopf. Dann sollte der Hund locker an der dünnen Ausstellungsleine neben dem Besitzer hertraben. Das erfordert einige Übung um ein Tempo zu finden, wo der Hund weder hopst oder hochspringt noch anfängt zu gehen sondern in einem gleichmäßigen Trab bleibt.

Artemis

Die dritte Sache ist das Stehenbleiben, auch wenn Herrchen/Frauchen an den Hundebeinen korrigiert, und das für einige Minuten. Hier am besten im Training erstmal für ein paar Sekunden stehen anfangen, belohnen, eine kleinen Kreis gehen und den Hund wieder stehen lassen. Steht er für eine Minute, kann man anfangen, die Beine zu stellen bzw. zu korrigieren. Ich persönlich mag es nicht, wenn die Aussteller alle 2 Sek an ihrem Hund rumzuppeln oder den Hund völlig unnatürlich aufstellen. Ich berichtige nur grobe Standfehler, also z.B. ein Bein völlig woanders, und ansonsten lass ich den Hund stehen. Sollte sich der Hund völlig seltsam hingestellt haben oder aus der Position rausdrehen, darf man auch eben einen Kreis drehen um den Hund wieder vernünftig in den Blick des Richters zu bringen. Der meist gemachte Fehler beim Stellen ist es, die Hinterbeine viel zu weit nach hinten zu stellen, weil das von oben meist „richtiger“ aussieht. Das senkt aber den Rücken des Hundes ab und meist eher zum Nachteil der Oberlinie und des Gesamtbilds. Lieber nur so stellen, dass man von oben so grade die Hinterpfoten sehen kann (s. Foto unten). Der Sinn des Stellens ist, damit der Richter den Hund von der Seite sehen und die Linien und Winkelungen beurteilen kann.

Hier steht Yalla super!

Ein Kommentar

  • Rosi Mlynek

    HiHo liebe Sarah, das ist eine sehr gute Beschreibung des Ausstellungsablaufes.
    Mir gefällt auch die Ausstellungsathmosphäre. Es wird viel gelacht, die meisten Windhundleute haben einen ausgesprochenen guten Humor und können auch über sich selber lachen.
    Also bis zur nächsten Ausstellung; man sieht sich…….

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